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Leben in Obergünzburg


Karl Nauer


wurde am 27. November 1874 in Obergünzburg geboren. Die Eltern Johann Nauer (1842-1910) und Felicitas (1844-1910) besaßen im Ort eine Seifen- und Sodafabrikation. Von den insgesamt drei Söhnen übernahm Xaver (1876- 1915) den elterlichen Betrieb, während Anton (1879-1966) als Prokurist in dem Milchwerk Gabler Saliter arbeitete. In Neuburg ging Nauer zur Grundschule und besuchte anschließend das Gymnasium in Kempten, das er nach der sechsten Klasse verließ. Er erhielt das „Einjährige“ und die Reife für die Obersekunda. Entgegen den Plänen der Mutter, die Nauer gern zum Geistlichen hatte ausbilden lassen wollen, bestand sein eigener Kindheitstraum darin, zur See zu fahren. Die Reise mit den Eltern nach Lindau am Bodensee zu einem Treffen mit der österreichischen Tante schien das Schlüsselerlebnis dazu gewesen zu sein.



Nauer sagte selbst darüber:


„(…) ich stand an der Landungsbrücke, oder vielmehr darauf, soweit ich nur durfte, und – da sah ich den Mann zum ersten Male, der in diesem Augenblick für mein ganzes künftiges Leben bestimmend werden sollte! (…) Das war aber auch ein Mann! Groß, selbstbewusst, in der blauen goldbesetzten Staatsuniform eines königlich bayrischen Dampfer-Kapitäns stand er auf der Brücke des schneeweißen, stolzen Dampfers und winkte herablassend mit der weiß behandschuhten Rechten. (…) dann sprangen Matrosen herzu und lösten an Bord Stricke von dicken Pfosten und warfen sie in das Wasser, die Laufbrücke wurde eingezogen, und wieder hob der große Mann die Hand, ein Signal, die Maschine begann zu arbeiten, der Mann am Steuerruder drehte ein mächtiges Rad, und während der Herr Kapitän sich im Bewusstsein getaner Pflicht über das Geländer der Brücke lehnte und irgendeinem Bekannten noch herablassend wohlwollend zunickte, glitt der Dampfer hinaus auf den funkelnden See. Ich sagte so laut, dass nicht nur der Vater und die Tant’ es hörten, sondern auch die anderen Leut’ laut lachten:
„Königlich bayrischer Schiffskapitän will ich werden!”


(Quelle: Magisterarbeit von Andrea Müller, Bremen, Januar 2002, m.w.H.)



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