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Familiengründung und Ruhestand


Mitte der 20er Jahre heiratete Nauer eine Deutsch-Spanierin mit Namen Adelina Schülein, die einen Sohn, Georg (spanisch Jorge), mit in die Ehe brachte. Gemeinsam wohnten sie in Vizente Lopez, einem Vorort von Buenos Aires. Sie bekamen eine Tochter Felizitas, die später einen Argentinier heiratete und den Namen Gonzales annahm. Das Ehepaar Nauer kaufte Land in dem deutschen Kolonistengebiet Eldorado. In Misiones, am Alto Parana, betrieb das Ehepaar eine Farm und baute Yerba- bzw. Matetee an. 1937 starb seine Frau. Nauer heiratete ein zweites Mal und zwar die Deutsch-Argentinierin Elena Nürnberg.

In den 30er Jahren führte Nauer in Argentinien den Anbau der ursprünglich in China beheimateten Tungpflanze ein. Das Experiment auf seiner Plantage glückte und Nauer soll daraufhin in argentinischen Schulbüchern als Pionier des Tunganbaus in Argentinien erwähnt worden sein. Darüber hinaus verdiente sich Nauer während des Zweiten Weltkrieges ein kleines Vermögen mit dem großflächigen Anbau dieser Ölfruchtpflanze. Aus Tung wurden damals feine Lacke hergestellt, die insbesondere die Automobilindustrie in den USA verwendete. War China bislang größter Exporteur dieses Rohstoffes, so konnte aufgrund der japanischen Besatzung Tung nicht mehr nach Amerika ausgeführt werden. Von dieser Versorgungslücke profitierte Nauer und erzielte mit dem Verkauf hohe Gewinne.

Nauer hat Deutschland im Sommer 1953 mit seiner zweiten Frau besucht und 1957 mit seinem Stiefsohn, dem Ingenieur Georg Schülein. Im Alter erkrankte Nauer am grauen Star, und seine Sehkraft schwand, bis er fast blind war. Seinen Plan, nach Deutschland zurückzukehren, konnte Karl Nauer nicht mehr verwirklichen. Er starb am 7.Oktober 1962 im 86. Lebensjahr an einer Herzkrankheit in Misiones und liegt dort begraben.

(Quelle: Magisterarbeit von Andrea Müller, Bremen, Januar 2002, m.w.H.)



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