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Architektur


Der Museums-Neubau


Gedanken von Marion Bartl, verantwortliche Architektin
(Auszug aus Rede zum Spatenstich im Oktober 2005)
    Südsee im Allgäu - an diesem Ort – mitten in Obergünzburg – nahe dem historischen Marktplatz – gegenüber der Kirche – im Ensemble der denkmalgeschützten Gebäude – direkt in der Blickachse von Pfarrhaus und Kirche - eine wirklich spannende Bauaufgabe und Herausforderung für eine Architektin.


Im Vorfeld waren viele Fragen zu klären:


    Wie gehe ich mit Südsee im Allgäu um? Wie gehe ich mit den vorhandenen, denkmalgeschützten Gebäuden um? Versuche ich, die Südsee-Sammlung in einem neuen, „allgäutypischen Haus“ unterzubringen?
    Dann ist das „Fremde“ von außen nicht ablesbar. Muss es nicht auch rein äußerlich einen Unterschied geben zwischen „Heimatmuseum“ und „Südsee-Sammlung“?
    Oder soll ein Original-Südseehaus entstehen? Abgesehen von den technischen Problemen – wie passt das zu Pfarrstadel und Heimatmuseum? Wo zeigt sich das Spannungsgefüge zwischen der Heimat Obergünzburg und der fremden Kultur der Südsee?

Aus diesen Überlegungen heraus ist die Idee eines klaren, kubischen Baukörpers mit Flachdach entstanden, der einerseits Rücksicht auf die Umgebung nimmt und die Eigenständigkeit und Besonderheit der denkmalgeschützten Gebäude unterstreicht, der andererseits durch Abstraktion, Verfremdung und Übersetzung von typischen Elementen der Südseearchitektur in eine zeitgemäße, zurückhaltende Formensprache eine unverwechselbare Aussage über den Inhalt des Gebäudes macht.

Entwickelt wurde der Baukörper aus einem repräsentativen Gebäudetyp der Südsee, dem Lang- oder Männerhaus, das als Versammlungsstätte dient. Typische konstruktive und gestalterische Elemente dieses Gebäudetyps sind, unter anderen, seine enge Stützenstellung im Basisgeschoss, die es vom Boden löst und das mächtige, halbrunde, mit Bananenblättern oder Stroh gedeckte Dach, das seitlich über die Konstruktion hinausragt.

Diese Elemente finden ihre Entsprechung in den regelmäßigen, vertikalen Fassadenstützen im Erdgeschoss und in der horizontalen Gliederung der Fassade im Obergeschoss.

Das Motiv des überstehenden Daches wird in der Auskragung des Obergeschosses über das Sockelgeschoss aufgenommen.

Die südseetypischen Materialien Bambus, Stroh und Bananenblätter werden umgesetzt in der Verwendung von bei uns heimischem Holz in Konstruktion und Fassadenverkleidung.

In den Verglasungen und den glatten Oberflächen der Erdgeschossfassade spiegeln sich Pfarrstadel und Heimatmuseum wider und treten dadurch in Beziehung zueinander.

Durch die räumliche und funktionale Einbindung des Neubaus in das denkmalgeschützte Ensemble des ehemaligen Pfarrhauses mit seinem dominanten Satteldach, in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist, und dem ehemaligen Pfarrstadel mit seinem mächtigen Walmdach, werden zwei neue, maßstäbliche Hofsituationen – der Museumsplatz vor dem Haupteingang und der Museumshof zwischen den Gebäuden geschaffen, die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten um das Museumsensemble bieten.

Über den ebenerdigen Verbindungsgang wird der neue Zugang zum Heimatmuseum hergestellt. Großzügige Verglasungen an der Süd- und Nordseite stellen sowohl optisch als auch räumlich die Transparenz zum Museumshof her, um im Bedarfsfall eine integrierte Nutzung von Foyer, Verbindungsgang, Museumshof und Museumsplatz zu ermöglichen.

Architektin der Südsee-Sammlung Marion Bartl



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Dieses Vorhaben wurde von der Europäischen Union (EAGFL)
und dem Freistaat Bayern im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative LEADER+ gefördert.